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Ratgeber · Sonnenschutz

Raffstore oder Rollladen?
Was wann besser passt.

Von Marcel-Vasile Bura · · · 6 Min Lesezeit

Eine der häufigsten Fragen bei Aufmaßterminen: „Was ist denn jetzt besser — Raffstore oder Rollladen?" Die ehrliche Antwort: das hängt davon ab, welches Problem Sie tatsächlich lösen wollen.

Was beide gemeinsam haben

Sowohl Raffstore als auch Rollladen sitzen außen, vor dem Fensterglas. Damit stoppen beide den solaren Wärmeeintrag, bevor er den Innenraum erreicht — laut Forschungsdaten des BVRS bis zu 75 % weniger als bei Innenrollos. Beide werden heute typischerweise motorisiert ausgeliefert, mit Funkbedienung oder Smart-Home-Integration über Somfy, Becker oder Geiger. Beide kosten in der Aluminium-Standardausführung ähnlich viel — die großen Unterschiede liegen woanders.

Der Raffstore: Licht regulieren, ohne die Sicht zu verlieren

Ein Raffstore besteht aus drehbaren Aluminium-Lamellen, typisch im C-80-Profil. Sie lassen sich stufenlos kippen — von komplett offen bis komplett geschlossen — und bleiben dabei in jeder Stellung lichtdurchlässig. Sie können also den Raum verdunkeln, ohne die Sicht nach draußen zu verlieren.

Das ist der entscheidende Vorteil. Wer im Homeoffice arbeitet, will den Blendwinkel der Sonne ausschließen, aber trotzdem das Tageslicht und die Aussicht behalten. Wer im Wohnzimmer fernsieht, will Reflektionen am Bildschirm vermeiden, ohne den Raum komplett zu verdunkeln. Genau dafür ist der Raffstore gebaut.

Auf der Negativseite: Raffstores bieten weniger Verdunkelung. Wer ein richtig dunkles Schlafzimmer braucht — etwa für Schichtarbeiter oder lichtempfindliche Kinder — bekommt das mit einem Raffstore nicht.

Der Rollladen: Verdunkeln, dämmen, schützen

Ein Vorbaurollladen besteht aus geschlossenen Aluminium-Lamellen, ausgeschäumt mit PU-Hartschaum. Geschlossen ergibt das eine komplette zweite Hülle vor dem Fenster: lichtdicht, schalldämmend, dämmend und einbruchhemmend.

Das macht den Rollladen zur ersten Wahl für Schlafräume — gerade in Stadtlagen mit Straßenlärm oder hellen Sommernächten. Auch Dachgeschosse, die im Sommer überhitzen, profitieren besonders, weil der geschlossene Rollladen die Wärme komplett abhält. Im Winter wirkt der Panzer als zusätzliche Dämmschicht, was die Heizkosten messbar senkt.

Auf der Negativseite: Wenn der Rollladen unten ist, sehen Sie nichts. Und er kann nur „auf" oder „zu" — eine echte Lichtsteuerung gibt es nicht.

Eine grobe Entscheidungsregel

In vier Jahren Aufmaßgesprächen hat sich folgende Faustregel bewährt:

  • Wohnzimmer, Küche, Homeoffice → Raffstore (Lichtregulierung, Aussicht)
  • Schlafräume, Kinderzimmer → Rollladen (Verdunkelung, Schallschutz)
  • Dachgeschoss-Bewohner mit Sommerhitze → Rollladen (maximaler Hitzeschutz)
  • Altbau-Sanierung mit hohen Heizkosten → Rollladen (Dämmwirkung)
  • Großzügige Glasfassaden mit Aussicht → Raffstore (Sicht erhalten)

In vielen Häusern macht eine Mischung Sinn — Rollläden in den Schlafräumen, Raffstores in den Wohnräumen. Das mag teurer wirken als „eines für alles", ist aber meist die Lösung, die am längsten Freude macht.

Was am Aufmaßtermin geklärt wird

Beim persönlichen Aufmaß bespreche ich konkret: Welche Räume haben welche Funktion? Wo steht die Sonne wann? Gibt es Smart-Home-Anbindungen, die mit eingeplant werden sollen? Wie sieht die Fassade aus — verträgt sie Vorbaurollläden optisch? Diese Fragen sind in fünf Minuten geklärt — und sparen am Ende deutlich Geld und Diskussionen.

Wenn Sie ein konkretes Objekt im Kopf haben: eine kurze Anfrage genügt, dann melde ich mich innerhalb von 24 Stunden für einen Termin.

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